Wo einst Kies abgebaut wurde ...

... sitzen heute Frösche und Schüler am Teichrand. Was aus heutiger Sicht einfach klingt, ist nicht etwa selbstverständlich. Denn als der Kiesabbau in der zweiten Hälfte der Sechzigerjahre eingestellt wurde, sollte auf dem Areal des heutigen Naturlehrgebietes eine grosse Abfalldeponie entstehen.  


Glücklicherweise formierte sich in Ettiswil und Grosswangen Widerstand gegen dieses Projekt. Allen voran engagierten sich Josef und Fritz Steiner sowie Josef Zeyer dafür, die Grube zum Schulreservat umzunutzen. Sie beherbergte bereits damals eine reiche Amphibienwelt. Die im Jahre 1963 von Fritz Steiner-Fischer gegründete Familienstiftung Steiner erwarb im Jahr 1969 das Areal des heutigen Naturlehrgebietes. Der Stiftung ist es zu verdanken, dass die Statuten und somit der Zweck des Naturlehrgebiets in das Grundbuch der Gemeinde Ettiswil eingetragen wurden. Dies garantiert unter anderem den öffentlichen Zutritt, den Schutz der natürlichen Werte und die Fortführung als Naturlernort.


Ab 1969 wurden in unzähligen Arbeitsstunden über 40 Teiche gegraben sowie Trockenwiesen, Ruderalflächen, Hecken, Brachflächen, Sandbiotope und vieles mehr eingerichtet. Josef Steiner ("Profi") betreute jahrzehntelang ehrenamtlich das Gebiet, unterstützt von vielen Fachleuten von nah und fern. Während dieser Zeit leitete insbesondere Josef (Josy) Zeyer zahllose Führungen. Zusammen mit anderen sind dies die Pioniere des Naturlehrgebiets. Mit ihrem Pioniergeist und ihrer Weitsicht schufen sie nicht nur etwas weitherum Einzigartiges und Neues, sondern auch einen bleibenden Wert für kommende Generationen.  


Einige Angaben zur Geschichte und Bedeutung des Gebietes finden sich in Beiträgen der Heimatkunde des Wiggertals (Heimatvereinigung Wiggertal):



Bilder von Damals und Heute
 

Alte Grube
Das Areal zwischen (zeitlich!)
Kiesabbau und Naturlehrgebiet (ca. 1970)
 

 

"Profi" Josef Steiner (rechts) weist Armeeleute ein, wie die Geländemodellierungen vorzunehmen sind. 1970/71 half die Armee mit, Treppen zu bauen, Weiher und Wege anzulegen.
 

 

links: Der Kiesturm am Ende des Kiesabbaus. Offene Wände, nackter Beton - nur das Auge der Pioniere sah hier einen Schulungs- und Beobachtungsturm im Rohbau! (ca. 1970)

rechts: Der Kiesturm 2006, gleiche Ansicht. Der Turm wurde erweitert und innen ausgebaut. Vor dem Turm ist der Regenunterstand sichtbar, welcher auf den Stelzen von damals steht.
 

 

links: Materialsilos auf Stelzen. (ca. 1970)

rechts: Die Stelzen wurden weggesprengt, die Silos beherbergen heute Musterbiotope.
 
Die Entstehung und Geschichte des Naturlehrgebiets
 

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