Einträge 2013

Flechten - Unbekannte Lebensgemeinschaften

Am 29. Mai fand bei schönem Frühlingswetter die öffentliche Flechtenexkursion statt. Geleitet wurde sie vom Flechtenspezialisten Michael Dietrich, der 2012 das Flechteninventar für das Naturlehrgebiet erstellt hatte. Insgesamt 104 der über 18'000  in der Schweiz vorkommenden Flechtenarten wurden im Gebiet nachgewiesen. Flechten sind den meisten Leuten wenig bekannt. Sie sind eine Symbiose (Lebensgemeinschaft) aus Algen und spezialisierten Pilzen und werden zu den Pilzen gezählt.  Auf der Exkursion wurden mit geschärftem Blick Boden, Holz und Gestein mit Lupen nach unscheinbaren oder bunten Flechten abgesucht. Neben kleinen grünlichen trichterförmigen Flechten auf Totholz fanden wir auch winzige rötliche stecknadelförmige Flechten in den Spalten der Borke einer alten Fichte. Erst wenn die Flechten mit der Lupe anschaut werden, sind die wunderschönen Formen und Farben sichtbar! Flechten reagieren besonders stark auf Umwelteinflüsse und sind somit gute Indikatoren für die Luftqualität. Eine dieser Bioindikationsflechten ist im Buchenwald zu finden. Auf der glatten Rinde der Buche sieht diese Krustenflechte aus wie ölige Flecken auf den Stämmen der Bäume. Sie ist ein Zeiger für eine hohe ökologische Kontinuität.

Mit der spannenden Exkursion sind wir eingetaucht in eine uns wenig bekannt und spannende Organismengruppe. Bestimmt werden wir jetzt den Flechten mehr Beachtung schenken und auch in unserem täglichen Umfeld Flechten entdecken. Auf der Steinmauer im Garten, auf dem Ziegeldach oder sogar an der Betonwand.

 Oft muss man sehr genau hinschauen....

Es gibt einiges zu besprechen

Michael Dietrich erklärt die Flechten an einem Buchenstamm

 

Gerade wegen dem regnerischen Wetter...

Die eher nassen Bedingungen sagen den Amphibien zu. Mit jeder Pfütze vergrössert sich ihr Lebensraum! Gerade die Wasserfrösche sind nun im Naturlehrgebiet überall zu sehen und zu hören! Laubfrosch und Gelbbauchunke sind gut getarnt und viel seltener. Es braucht daher etwas Glück um sie auszumachen!

 Junger Laubfrosch

Junger Wasserfrosch

Ausgewachsene Gelbbauchunke.

 

Trotz regnerischem Wetter...

Auch wenn dieser Frühling eher kalt und ohne viele Sonnenstunden ist, gibt es doch einiges zu beobachten im Naturlehrgebiet. Die wenigen sonnigen Abschnitte sind nämlich nun um so interessanter. Die Libellen nutzen die wenigen Chancen aus, um zu "schlüpfen". Bei den nicht allzu warmen Temperaturen brauchen sie jedoch bedeutend länger um sich aus ihrer Larvenhaut zu schälen und flugfähig zu werden. Was dem Fotografen Zeit lässt, endet für die Libelle bei diesen suboptimalen Bedingungen nicht selten fatal.

 Vierfleck Weibchen, fast "fertig" entwickelt

Frisch geschlüpfter Vierfleck, die Flügel und der Hinterleib müssen noch "aufgepumpt" werden.

Detail eines frisch geschlüpten Plattbauchs. Das männliche Tier ist noch nicht fertig ausgefärbt: Schlussendlich bekommt es einen blauen Hinterleib mit gelben Seitenflecken.

Frisch geschlüpfte Grosse Königslibelle mit noch milchigen Flügeln.

 

Öffentlicher Tag - ganz im Zeichen von Farben

Der Öffentliche Tag - dieses Jahr wieder zusammen mit 7 Museen aus der Region im Rahmen von Allerhand im Gwonderland - stand ganz im Zeichen von Farben. Wer dem regnerischen Wetter entfliehen wollte, konnte sich  im Schulzimmer mit Naturfarben und selbstgemachtem Pinsel als Künstler betätigen. Daneben widmete sich ein geführter Rundgang mit Marlène Wenger und Stefanie Pfefferli der Bedeutung der Farben im Tierreich: es ging hauptsächlich um tarnen und warnen... Gut getarnt waren übrigens auch die zwei Überraschungsgäste!

Im Turm war die Naturfoto-Ausstellung mit Dagmar Derbort, Heidi Jost, Michael Trummler und Markus Züger gut besucht. Diese bleibt weiterhin an den Sonntag-Nachmittagen (14 - 17 Uhr) bis zu den Sommerferien geöffnet. Der Eintritt ist frei!

Einblick ins Atelier...

Aus Erde, Randen und Kohle hergestelltes Kunstwerk

Die Farben müssen zuerst hergestellt werden

Künstlerinnen über die Schulter geschaut

Stefanie Pfefferli zeigt eine Ringelnatter

Überraschungsgast Nr.1: schläfriger Waldkauz Ästling

Überraschungsgast Nr.2: wachsame Mama Waldkauz

 

Neue Pionierlebensräume

Als ehemaliges Abbaugelände ist es für die Tier- und Pflanzenwelt im Naturlehrgebiet essentiell, dass in regelmässigen Abständen im kleinen Rahmen Störungen stattfinden. Erst Dank so entstandenen Biotopen können Pionierarten überleben. Nun wurden im Naturlehrgebiet zwei neue Pionierstandorte angelegt. Eine Lehmfläche mit Tümpeln dient der Gelbbauchunke (GBU) als Fortpflanzungsgewässer. Ein südgerichteter Hanganriss sorgt für viel freie Bodenoberfläche und dient verschiedenen Wildbienenarten als Brutplatz.

Das Material für die Lehmfläche wird dem Hang entnommen

Der Lehm wird lagenweise verdichtet

Die Fahrrinnen füllen sich bei Regen mit Wasser. Für die GBU reicht das als Laichgewässer schon aus

Ein kleiner Hangrutsch bringt zusätzliche Strukturen. Die Steinhaufen dienen als Versteck für die GBU

Der Hanganriss bekommt nun viel Sonne und wird von wärmeliebenden Tier- und Pflanzenarten besiedelt

Eine Wildbiene sucht im Anriss eine geeignete Stelle, um ihre Bruthöhle zu graben

 

Schmetterlings-Exkursion für die Schnellen Schneggen

Stefanie Pfefferli - Praktikantin im Naturlehrgebiet - ist nicht nur eine ausgezeichnete Ornithologin, sie kennt sich auch bei Schmetterlingen aus. Mit viel Fantasie weckt sie die Begeisterung bei den "Schnellen Schneggen", der Kindergruppe des NAVO Alberswil-Ettiswil.

Wo fühlen sich Tagfalter wohl?

Wie fühlt es sich an ein Schmetterling zu sein?

Auf der Suche nach Schmetterlingen...

 

Action im Sandbiotop

Sobald die Sonne scheint ist im Sandbiotop allerhand los! Schon Anfang April fangen die Sandbienen an ihre Bruthöhlen in den Sand zu graben. Die Sandbienenweibchen sind äusserst emsige Tiere, die ganze Zeit entweder mit Graben oder mit Proviant einbringen beschäftigt. Ihre Höhlen besetehen aus verschiedenen Brutkommern, die je ein Ei enthalten, welches die Wildbiene mit einem Pollen-Nektar Kuchen verproviantisiert. Doch überall lauern Gefahren. Parasitisch lebende Kuckucksbienen warten nur darauf ihre Eier in die Bruthöhlen der Sandbienen zu platzieren. Bei den Zauneidechsen steht die "süsse" Sandbiene auch weit oben auf der Speiseliste... Alles beobachtet innerhalb einer Stunde vom Holzsteg aus.

 "Voll beladenen" Sandbiene

Eine parasitisch lebende Wespenbiene

Eine Blutbiene sucht den verschlossenen Eingang einer Bruthöhle

Das Zauneidechsen-Männchen liegt auf der Lauer

 

Kräuterwerkstatt

Von den kühlen Temperaturen liessen sich 16 angehende Kräuterhexen und -zauberer nicht abschrecken und liessen sich von Dagmar Derbort ins geheime Kräuterwissen einweihen. Schafgarbe hilft gegen Bauchschmerzen, Gundermann wird auch Donnerkraut genannt (und hilft bei Angst vor dem Donnergrollen;-) und Spitzwegerich kann als Erstehilfepflanze bei Wunden und Insektenstichen eingesetzt werden. Er hilft aber auch gegen Husten und so wurden seine Blätter gleich fein geschnitten, gemörsert und mit Zucker vermischt zu Hustenbonbons verarbeitet. Aus Gundermannblättern und -blüten, Giersch und Knoblauchhederich mischten sich alle ein feines, wildes Kräutersalz, bevor die Werkstatt mit einem Apéro aus Kräuterquarkdarvidas abgerundet wurde.

Die verschiedenen Kräuter gesammelt....

Spitzwegerich-Paste

Fleissig am Zerkleinern

es gibt viel zum Ausprobieren...

 

Neues Cheminée eingeweiht!

Nach einiger Zeit für Planung, Fundraising und Realisierung konnte heute das neue Cheminée eingeweiht – beziehungsweise eingefeuert – werden. Dazu waren nebst Sponsoren auch die Erbauer des „Kunstwerkes“ anwesend. Der grosse Aufwand der Schilli Bauunternehmung aus Bettlach SO hat sich, wie man sieht, gelohnt. Das Naturlehrgebiet freut sich über seinen neuen versteinerten Bewohner, der dank den Sponsoren, allen voran dem Rotary Club Willisau, dem Lions-Club Susee, der Landi Sursee/Ettiswil, der Schwegler Sanitär AG, der Gemeinde Ettiswil und der Familienstiftung Steiner so manche Cervelats veredeln wird. Das neue Cheminée bleibt wie bis anhin jenen Gruppen vorbehalten, die im Naturlehrgebiet eine Führung buchen oder einen Arbeitseinsatz leisten.

 in Gebrauch....

unser Froschkönig!

Einweihungs-Bräteln mit Sponsoren

Die Erbauer: Martin Schilli und Urs Müller

 

 Ein Detail: Schulter des Frosches

 

 Nun geht es ans Mauern des Kopfes

 

 Die Aussenhülle wird hochgemauert

 

 Der Feuerraum ist fertiggestellt, die Aussenhülle begonnen

 

Stimmen im Frühlingswald

Über 30 Erwachsene und Kinder fanden sich bei wunderbarem Frühlingswetter zur abendlichen Vogelexkursion mit Bruno Bruderer ein. Auf dem Hauptweg richtung Auenwald konnten z.B. Mönchsgrasmücke, Buntspecht, Kleiber, Kohlmeise, Rotkehlchen, Blaumeise, Goldammer und die omnipräsente Wacholderdrossel gehört und zum Teil auch beobachtet werden. Bruno Bruderer verstand es, nicht nur Hinweise zum Erkennen der Art und Gesang, sondern auch viel Spannendes zur Lebensweise der verschiedenen Vogelarten weiterzugeben - herzlichen Dank!

Stimmen im Frühlingswald...

 

Jahresbericht 2012 und Veranstaltungskalender 2013 online!

Ab sofort ist der Jahresbericht 2012 online und kann unter dem Menu Download heruntergeladen werden. Unter dem Menu Angebot finden Sie unsere öffentlichen Veranstaltungen im Jahr 2013. Beides kann in ausgedruckter Form am Infoboard im Naturlehrgebiet gratis bezogen werden. 

 

Spuren im Schnee

Den Minustemperaturen sei dank: Schon seit ein paar Wochen bleibt der Schnee im Naturlehrgebiet liegen und Spurendedektive kommen so richtig auf Ihre Rechnung:

v.o.l.n.u.r.: Hase, Fuchs, Maus